Laut europäischen Datensammlungen erleiden pro Jahr 0,5 bis 1 pro 100.000 Männer einen Priapismus (Dauererektion). Die Ursachen basieren auf unterschiedlicher Herkunft. Die Einnahme von Viagra kann einer Dauererektion als Nebenwirkung ein Grund sein.

Was ist ein Priapismus?

Als Priapismus wird im medizinischen Fachbereich eine Dauererektion bezeichnet, die über einen Zeitraum von länger als zwei Stunden anhält. Dabei kann es sich um einen anhaltenden Zustand handeln sowie um eine sich in kurzen Abständen erfolgende Erektion, bei der keine sexuelle Stimulierung zu Grunde liegt. Bei einem Priapismus kommt es zu keiner Beteiligung von Lustgefühlen, Ejakulation oder Orgasmus.

Unterschieden wird bei einem Priapismus zwischen zwei verschiedene Haupt- und einer Mischform:

Low-Flow Priapismus

Dies ist die am häufigsten vorkommende Form des Priapismus, von denen rund 90 Prozent aller betroffenen Männer mit einer Dauererektion leiden.

Bei einer Low-Flow Dauererektion kommt es zu einer starken Verhärtung des Penis. Dies ist bedingt durch eine Blutstauung im Penis, wenn das Blut nicht mehr aus den Schwellkörpern abfließen kann, weil eine Blockade dies verhindert. Diese Blockade kann aus unterschiedlichen Gründen erfolgen.

Durch die prall mit Blut gefüllten Schwellkörper sowie die gestörte Durchblutungszirkulation nimmt die Sauerstoffversorgung des Gewebes ab. Die Eichel färbt sich in der Folge meist leicht blau. Der Druck im Penis ist durch den Blutstau immens und in den meisten Fällen mit teils starken Schmerzen verbunden.

High-Flow-Priapismus

Seltener zeigt sich eine High-Low Form. Hierbei kommt es zu einer unkontrollierten Blutströmung, die durch die Arterien in die Schwellkörper einfließt. Wenngleich das Blut wieder abfließt, so entsteht dennoch durch den immensen Bluteinlauf ein fortlaufender Druck in den Schwellkörpern, der zur einer lang anhaltenden Penissteife führt.

Der Penis zeigt im Vergleich zu einem High-Flow-Priapismus, eine deutlich geringere Verhärtung und ist elastischer. Ein deutliches Anzeichen für die High-Flow-Form ist zudem ein starkes Pulsieren im Penis. Schmerzen sind in der Regel kaum bis nicht vorhanden.

Mischform

In zahlreichen Fällen und insbesondere nach der Einnahme von Medikamenten zur Behandlung von Erektionsproblemen, kann die sogenannte Mischform auftreten. Dabei kommt es ebenso zu unkontrollierten Blutströmen.

Der Blutabfluss ist gestört und lässt das Blut mal mehr, mal weniger abfließen. Folgend kann der Penis zwischen einer starken Verhärtung und elastischen Biegsamkeit wechseln. Betroffene Männer nehmen dies meist als eine immer wiederkehrende Erektion wahr, die kurzzeitig unterbrochen wird.

Dauererektion
Als Priapismus wird eine schmerzhafte Versteifung des männlichen Gliedes bezeichnet, die mindestens zwei Stunden lang anhält und nicht auf sexuelle Erregung zurückzuführen ist.

Welche Ursachen hat eine Dauererektion?

In einigen Fällen bleibt die tatsächliche Ursache für einen Priapismus ungeklärt. Doch können Verbindungen vor allem zu bestimmten Medikamenten, wissenschaftlich nachgewiesen werden. Viagra ist eines dieser Arzneimittel, die als Nebenwirkung einen Priapismus auslösen können, wenngleich bei einer korrekten Einnahme gesunde Männer ohne Vor- oder begleitende Erkrankungen nur selten davon betroffen sind.

Werden gleichzeitig andere Medikamente zu Viagra eingenommen, kann sich das Risiko von Neben- beziehungsweise Wechselwirkungen erhöhen.

Dazu gehören unter anderem folgende Arzneimittel:

  • Blutverdünner, wie beispielsweise Heparin oder Marcuma
  • Psychopharmaka gegen Depressionen (Antidepressiva)
  • Antiepileptika
  • Antihypertensiva und Antihypertonika gegen Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Schlafmittel (Hypnotika) sowie Beruhigungsmittel (Sedativa) mit Muskelentspannungseffekt

Zusätzlich können bestimmte Erkrankungen und gesundheitliche Vorschädigungen die Gefahr eines Priapismus teils deutlich erhöhen. In Zusammenhang mit der Einnahme von Viagra (Sildenafil), verstärkt manch eine Krankheit oder Vorerkrankung das Risiko von Nebenwirkungen, wie eine Dauererektion. Deshalb wird in Medizinerkreisen hier von Risikopatienten gesprochen. Zu diesen Erkrankungen zählen zum Beispiel:

  • Urologische Krankheiten wie beispielsweise Penisentzündungen oder Peniskrebs
  • Krankheiten blutbildender Bereiche, wie Leukämie
  • Starke Nierenfunktionsstörungen, die einer Blutwäschen (Dialyse) bedürfen
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Gefäßerkrankungen wie Störungen der Blutgerinnung
  • Verletzungen im Penisbereich und/oder am Damm (meist Ursache bei High-Flow-Priapismus)

In zahlreichen Fällen wird vermutet, dass eine Überdosierung von Viagra zu einem Priapismus geführt hat. In Zusammenhang mit Alkohol und Drogen kann die Wirkung von Viagra verstärkt werden, obwohl sich strikt an die Dosierungsempfehlung gehalten wurden oder gar darunter lag.

Eine Überdosierung kann ebenso in indirekter Weise ergeben, wenn in kurzem Abstand vor oder nach der Viagra-Einnahme andere Potenzmittel mit gleicher/ähnlicher Wirkung wie Viagra, oder andere Arzneimittel zur Behandlung von erektilen Potenzstörungen eingenommen wurden.

Welche Folgeschäden kann ein Priapismus haben?

Teils schwerwiegende Folgeschäden können bei der Low-Flow- sowie der Mischform auftreten. Durch den starken Blutdruck in den Schwellkörpern bei einem Blutstau, wird das Gewebe stark strapaziert. Gefäßschädigungen sind oftmals die Folge, wenn die Dauererektion zu lange anhält.

Aufgrund des abnehmenden Durchblutungsflußes mit sauerstoffreichem Blut, wird das Gewebe des Schwellkörpers zunehmend geschädigt, je länger der Priapismus fortbesteht.

Diese Gewebeschädigung kann so weit gehen, dass sich eine Nekrose bildet und das Gewebe abstirbt. Hier spricht der Mediziner von einer Gangräne.

Eine andere Folge kann bei zu später Behandlung eines Priapismus, eine sogenannte Penisdeviation sein. Darunter ist eine Penisverkrümmung zu verstehen. Diese Deformation kann in einem unterschiedlichen Ausmaß auftreten.

Bleibt der Priapismus unbehandelt oder bleibt zu lange bestehen, kann sich aus den genannten Folgen die meist irreparable dauerhafte Spätfolge einer erektilen Dysfunktion (Impotencia coeundi) entwickeln.

Bei einer erektilen Dysfunktion handelt es sich um eine Sexualstörung. Bei dieser kommt es zu einem Erektionsverlust. Dabei ist der Körper nicht mehr in der Lage, eine Penissteife zu erreichen, um einen Sexualakt zufriedenstellend auszuführen. Entweder bleibt Erektion ganz aus, baut sich nur bedingt und nicht ausreichend auf oder hält nicht lange genug für einen zufriedenenstellenden Geschlechtsverkehr an.

Behandlungsmöglichkeiten von Priapismus

Grundsätzlich gilt im Falle einer Dauererektion, sofort einen Arzt aufzusuchen. Im Idealfall ist dies ein Urologe. Ein Priapismus wird als ein medizinischer Notfall angesehen, da das Risiko von dauerhaften Funktionsstörungen als Spätfolgen mit jeder Minute der Nicht-Behandlung immens steigt. Ist eine Dauererektion eingetreten, sollte ein Zeitrahmen von vier bis sechs Stunden bis zum Arztbesuch nicht überschritten werden.

Low-Flow Behandlung

Die Behandlung von einem Low-Flow Priapismus kann zügig eingeleitet werden. In leichteren Fällen wird ein Medikament verabreicht. In der Regel handelt es sich hierbei um ein Arzneimittel aus der Gruppe der Muskelrelaxanzien. Diese sorgen für die Entspannung der Muskulatur, sodass der Blutabfluss wieder störungsfrei funktioniert und das Blut ablaufen kann.

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist die Punktion. Dabei punktiert der Urologe den Penis, indem er eine Kanüle in die Schwellkörper einsetzt und das angestaute Blut herauszieht. Dadurch lässt der Druck nach, die Schmerzen klingen ab und das Gewebe sowie die Gefäße entspannen sich. Im Anschluss spült der Urologe die Schwellkörper mit einer Kochsalzlösung. Dieser Vorgang hat eine reinigende Wirkung.

Je nach Schweregrad und bereits verstrichener Zeit seit Eintreten der Dauererektion, injizieren Ärzte ein Muskelrelaxans direkt in den Penis/die Schwellkörper.

Diese Behandlungsart wird aufgrund der schnelleren Wirksamkeit, vor allem in schweren Fällen bevorzugt und anstelle von einer Medikamentengabe eingesetzt.

In manchen Fällen zeigen die genannten Behandlungsmethoden keinen Erfolg. Dann ist eine Operation am Penis erforderlich.

High-Flow Behandlung

In den meisten Fällen ergibt sich eine High-Flow Dauererektion als eventuelle Nebenwirkung von Viagra von selbst, ohne dass eine medizinische Behandlung erforderlich ist. Hat sich diese nach zwei, spätestens drei Stunden nicht zurückgebildet, sollte der Arzt konsultiert werden.

Bleibt der High-Flow Priapismus bestehen, führt der behandelnde Arzt in der Regel eine sogenannte Angiografie durch. Hierbei wird ein Kontrastmittel in die Blutgefäße gespritzt, damit erkennbar wird, wo genau das Blut unkontrolliert in die Schwellkörper einströmt.

Danach wird ein künstlicher Gefäßverschluss in Form von flüssigem Kunststoff oder Ähnlichem, durch einen Katheder in das Gefäß gebracht, um die Ausströmungsstelle zu verschließen. Diese Methode nennt sich therapeutische Embolisation.

Operative Behandlung

Eine chirurgische Intervention findet in der Regel nur Anwendung bei einer Low-Flow Dauererektion, bei der keine andere Behandlungsmethode den Priapismus beenden konnte.

Bei der Operation kommt ein Shunt (Kurzschlussverbindung) zum Einsatz. Dieser wird zwischen die Schwellkörper und der Eichel eingesetzt, wobei bestimmte Blutgefäße miteinander verbunden werden. Damit wird eine Umgebung der Blockade herbeigeführt, die für den Blutstau verantwortlich ist und macht den Blutabfluss möglich. Diese operative Behandlungsmethode besitzt eine 75 prozentige Erfolgsquote.

Treated.com Online Arzt

Die Online-Arztpraxis Treated.com bietet Ihnen die Möglichkeit ein Online Rezept für Viagra zu beantragen. Wer Viagra im Internet kaufen möchte, muss sich zuvor ein ärztliches Rezept ausstellen lassen. Hierzu genügt die Beantwortung einiger medizinischer Fragen in einem kurzen Online Fragebogen. Nachdem der Arzt die Eignung für Viagra feststellt, können Sie Viagra bei Treated.com direkt online bestellen. Das Potenzmittel wird in der Regel bereits am nächsten Tag zugestellt.

Quellen:

  1. Medical and surgical management of priapism. In: Postgrad Med J. 2006 Feb; 82(964): 89–94. URL: ncbi.nlm.nih.gov, abgerufen am 4. Juni 2018
  2. Broderick GA: Priapism and sickle-cell anemia: diagnosis and nonsurgical therapy. In: Sex Med. 2012 Jan;9(1):88-103. URL: ncbi.nlm.nih.gov, abgerufen am 4. Juni 2018
  3. Vgl. Roche Lexikon Medizin, 4. Auflage, München 1999, S. 1366
  4. B. Hoschke: Priapismus Diagnostik und Therapie. In: Urologische Klinik der CTK – Cottbus gGmbH. URL: andrologiebb.de, abgerufen am 4. Juni 2018 (PDF)
  5. Dallinger B, Haidinger G, Maier M, Fernbach N.: Leitlinie Priapismus. In: Journal für Urologie und Urogynäkologie 2008; 15 (Sonderheft 6) (Ausgabe für Österreich), 9. URL: www.kup.at, abgerufen am 4. Juni 2018 (PDF)